J. F. Schreiber Verlag

Der Schreiber Verlag wurde 1831 von Jakob Ferdinand Schreiber in Esslingen am Neckar gegründet. Nach Schreibers Tod 1868 wurde der Verlag von seinem Sohn Ferdinand Schreiber fortgeführt, dem sich später dessen Bruder Max Schreiber als Teilhaber anschloss.

J. F. Schreiber | Werbeanzeige 1939

Das Verlagsprogramm wurde mit farbigen Kunstblättern und Landschaftsbildern eröffnet. Erfolgreich wurde der Verlag jedoch v.a. durch farbig illustrierte Kinder- und Naturbücher, Bilder- und Bastelbogen. Diese errangen bald den Ruf, „pädagogisch besonders wertvoll“ zu sein, da sie naturkundliche und technische Informationen kindgerecht darstellten, kamen aber zudem durch ihre überdurchschnittlich sorgfältige, oft liebevolle Gestaltung auch bei den Kinder selbst gut an. Zu den bekanntesten historischen Titeln des Verlages zählen u. a.:

· Sibylle von Olfers: Etwas von den Wurzelkindern
· Albert Sixtus, Fritz Koch-Gotha: Die Häschenschule
· Lothar Meggendorfer: Meggendorfer Blätter, erfolgreiche Satirezeitschrift

Etwas von den Wurzelkindern, JFS-1223, ca. Ende 50er Jahre

Die Papiertheater des Verlages waren sogar international erfolgreich. Vielleicht davon angeregt wurde eine Besonderheit des Verlagsprogrammes: die mehrdimensionalen Bilderbücher von Lothar Meggendorfer, welche durch trickreiche Klapp- und Schiebemechanismen erlaubten, ganze Szenerien aus dem Buch heraus aufzuklappen oder durch das Ziehen an einer Lasche ein Bild zu ‚verwandeln‘, so dass eine Szene sich oft in einer überraschenden Wendung umkehrte.
Ebenso bekannt bei Bastlern und Sammlern sind bis heute die Papierausschneidebogen des Verlages, die komplexe Objekte wie Gebäude (besonders Burgen, Schlösser oder Leuchttürme), Schiffe und Flugzeuge, Weihnachtskrippen und Anziehpuppen detailgenau nachbildeten (Kartonmodellbau).
Für den Schreiber-Verlag arbeitete anfang des 20. Jahrhunderts auch Theodor Haecker. In Esslingen präsentiert heute das J. F. Schreiber – Museum Geschichte und Publikationen des Verlages. Die Familie Schreiber führte den Verlag noch bis 1988, seitdem gehört das Nachfolgeunternehmen Esslinger Verlag J. F. Schreiber GmbH zur Stuttgarter Klett-Gruppe. Es produziert noch immer Kinderbücher und druckt einige der erfolgreichsten historischen Titel nach.
Quelle: Wikipedia, abgerufen 04.05.2011

Etwas von den Wurzelkindern, 74. Auflage, ca. Ende 70er Jahre